Nicht das Frästeil nachbauen.
Das Rohteil richtig denken.
Wer A-MIM als einfachen Ersatz für ein CNC-Teil betrachtet, verschenkt den größten Teil des Potenzials. Der Ausgangspunkt muss ein anderer sein.
Was als Rohteil gut funktioniert
A-MIM kann Formen erzeugen, die beim Fräsen entweder unmöglich oder unverhältnismäßig teuer wären:
Interne Kanäle
Frei geformte Hohlräume im Inneren
Fluidführung, Kühlung, Entlastung – ohne Bohrung von außen
Hinterschnitte
Geometrie ohne Entformungsrichtung
Kein Werkzeug, keine Sonderaufspannung nötig
Funktionsintegration
Mehrere Funktionen in einem Teil
Halter + Kanal + Anschluss in einem Sinterrohteil
Baugruppenreduktion
3 Teile werden zu 1
Montage, Schweißnähte, Dichtigkeitsprüfungen entfallen
Wie A-MIM-Bauteile konstruktiv ausgelegt werden sollten
1
Rohteil zuerst denken
Nicht: „Wie fräse ich das?" sondern: „Was kann das Rohteil leisten?" Die Frage nach der Nacharbeit kommt erst danach.
2
Funktionen integrieren
Kanaäle, Taschen, Rippen, Anschlüsse direkt in das Rohteil legen – nicht als spätere Bearbeitungsschritte planen.
3
Kritische Flächen bewusst definieren
Welche Flächen brauchen Präzision? Welche nicht? Nicht alles designen als ob es gefräst werden muss.
4
Masse vermeiden wo nicht nötig
Unnötige massive Bereiche erhöhen Schrumpfungsrisiken beim Sintern. Wandstärken gleichmäßig halten, kein unnötiges Vollmaterial.
Typische konstruktive Leitgedanken
Nicht aus Zerspanungslogik
Geometrie für Sinterprozess auslegen
Wer das Frästeil 1:1 nachbaut, zahlt A-MIM-Preis für Fräsergebnis
Lokale Nacharbeit mitdenken
Von Anfang an planen, was bearbeitet wird
Aufmaß an Bearbeitungsflächen einplanen – aber nur dort
Wandstärken gleichmäßig
Kein starker Wechsel von dick zu dünn
Inhomogene Massen erzeugen inhomogene Schrumpfung
Sinterverhalten mitdenken
Wie liegt das Teil im Ofen?
Große freiliegende Flächen, Auskragungen – frühzeitig einplanen
Das Sinterverhalten ist nicht nur ein Prozessparameter – es ist eine Konstruktionsvorgabe.
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