Praxisbeispiele: vom Bauteil zum Fertigungsansatz.
Wire-based DED wird greifbar, wenn man konkrete Bauteile betrachtet: Ausgangsproblem, klassische Lösung, additiver Ansatz und offene Prüfpunkte.
Die Beispiele zeigen nicht nur, was möglich ist. Sie zeigen, worauf geachtet werden muss: Geometrie, Zugänglichkeit, Aufbaustrategie, Aufmaß, Nachbearbeitung und wirtschaftlicher Nutzen.
◯
Bild 1 — Beispielübersicht
Mehrere Beispielbauteile als technische Kacheln:
Strukturteil, Reparaturfall, Werkzeugkante,
Hybridbauteil, Ersatzteil.
Bild 1: Übersicht der Praxisbeispiele — Strukturteil, Reparatur, Werkzeug, Hybridbauteil und Ersatzteil als technische Kacheln.
Bild 5: Vom Originalteil über den Rohkörper zum fertig bearbeiteten Ersatzteil.
Beispiel 5
Klassischer Grundkörper. Additive Wertzone.
Ausgangslage
Ein Bauteil besitzt eine einfache Grundform, aber eine lokal komplexe oder belastete Funktionszone.
DED-Ansatz
Der Grundkörper wird konventionell hergestellt. Nur die wertschöpfende Zone wird additiv ergänzt.
Prüfpunkte
Ist der Grundkörper als Träger geeignet?
Ist der Materialauftrag lokal sinnvoll?
Reduziert der Ansatz Schweißnähte, Rohmaterial oder Lieferzeit?
Ist die spätere Bearbeitung gesichert?
Bild 6 — Hybridbauteil
Links: Grundkörper mit lokal aufgetragener Funktionszone.
Rechts: fertiges Hybridbauteil.
Bild 6: Vom Grundkörper mit additiver Funktionszone zum fertigen Hybridbauteil.
Beispiel 6
Großes Volumen ohne massiven Rohblock.
Ausgangslage
Ein großes Strukturbauteil würde aus dem Vollen sehr viel Materialverlust erzeugen oder als Guss lange Vorlaufzeit benötigen.
DED-Ansatz
Ein grober Near-Net-Shape-Rohkörper oder einzelne Strukturzonen werden drahtbasiert aufgebaut.
Prüfpunkte
Ist die Bauteilgröße prozess- und maschinengerecht?
Sind Wärmeeintrag und Verzug beherrschbar?
Sind kritische Flächen nachbearbeitbar?
Ist der Materialauftrag wirtschaftlich gegenüber Guss, Fräsen oder Schweißen?
Bild 7 — Große Struktur
Großes Strukturbauteil mit aufgebauten Volumenbereichen,
thermischer Heatmap und sichtbarer Nachbearbeitungszone.
Bild 7: Großes Strukturbauteil — aufgebaute Volumenbereiche mit Heatmap und Nachbearbeitungszonen.
Gute Praxisbeispiele haben immer denselben Kern.
Ein sinnvoller Use Case entsteht selten aus der Frage, ob ein Bauteil „druckbar" ist. Entscheidend ist, ob lokaler Materialauftrag ein reales Fertigungsproblem löst.
Teures Grundbauteil
Lokaler Schaden oder lokaler Mehrwert
Ausreichend große Feature Size
Erreichbare Auftragzone
Planbare Nachbearbeitung
Wirtschaftlicher Vorteil gegenüber klassischer Fertigung
◯
Bild 8 — Vergleichsmatrix
Beispieltypen: Reparatur, Verstärkung, Ersatzteil,
Hybridbauteil, Großstruktur. Pro Typ sind Nutzen
und Hauptprüfpunkte kurz markiert.
Bild 8: Vergleichsmatrix der Beispieltypen — Nutzen und Hauptprüfpunkte pro Anwendungsfall.
Erkennst du dein Bauteil wieder?
Die Praxisbeispiele zeigen typische Einstiegspunkte. Der nächste Schritt ist, ein konkretes Bauteil zu betrachten: zuerst mit bereitgestellten Beispieldaten, danach mit eigenen Geometriedaten.